Mattmark-Felskinn

Mattmark-Felskinn

Wir starten bei der Staumauer des Mattmarksees. Erreichbar mit dem Postauto ab Saas Grund.

Der Mattmarksee hat eine bewegte Geschichte. Zur Zeit der grössten Gletscherausdehnung bildete die Gletscherzunge eine natürliche Barriere. Beim Abschmelzen der Barriere kam es mehrmals zu katastrophalen Seeausbrüchen. Laut Chroniken sollen in den Jahren 1589, 1633, 1680 und 1772 besonders schlimme Sturzfluten die Dörfer und Weiden im Saastal zerstört haben. Die Flut von 1633 zwang mehrere Familien zur Auswanderung. Andere arbeiteten jahrelang an der Wiederurbarmachung des Talgrundes und gelobten, nicht zu heiraten, bis das Werk vollendet sei. In den folgenden 14 Jahren fand in der Kirchgemeinde Saas keine Hochzeit statt. Die Ausbrüche 1589 und 1633 reichten bis nach Visp und verwüsteten dort das Kulturland. Beim Ausbruch von 1680 wurden 18 Häuser in Visp zerstört. Um solche Katastrophen zu verhindern, wollte man um 1900 einen unterirdischen Abflusskanal bauen, doch die Mittel dazu fehlten.
Heute ist der Mattmarksee ein Stausee. Während des Baus ereignete sich eine tödliche Katastrophe als die Gletscherzunge des Allalingletschers abbrach und einen Bergsturz auslöste der 85 Bauarbeiter das Leben kostete.

Unser Weg führt dem See entlang, steigt dann rechts an und erreicht die Schwarzbergalp. Ab hier folgt der Aufstieg auf das Plateau des Schwarzbergchopf. Der Aufstieg entschädigt die Mühen mit wunderbaren Aussichten ins Saasertal, zum Mattmarksee und zum Allalingletscher.

Vom Schwarzbergchopf steigen wir durch loses Geröllgestein zum Allalingletscher ab. Dieser wird auf mit Stangen gut markiertem Weg überquert. Am Ende des Gletschers führt der Weg über Moränenschotter und durch Blockfelsen zu kleinen Gletscherseen und zum Hohlaubgletscher. Dieser wird überquert, bevor der Schlussanstieg zur Brittaniahütte folgt.

Die Brittaniahütte ist mit rund 10'000 Besuchern pro Jahr eine der am meisten besuchten Hütten des SAC. Sie wurde 1912 1912 als Holzhaus mit 34 Schlafplätzen errichtet. Die Finanzierung erfolgte durch die Vereinigung britischer Mitglieder des SAC. Daher auch der Name Britanniahütte.

Von der Hütte lohnt sich der kurze Abstecher auf den Klein Allalin. Auf- und Abstieg sind einfach. Die Aussicht fantastisch.

Wir steigen in nördlicher Richtung ab und erreichen eine Ebene mit zwei kleinen Seen. Ab hier führt der Weg wieder aufwärts zum Egginerjoch und dann den Chessjengletscher querend zum Felskinn.

Ab Felskinn bringt uns die Lufftseilbahn nach Saas Fee wo Anschluss an den ÖV besteht.

Die Wanderroute ist auf mehreren Karrten festgehalten.

Von Nach Distanz Zeit Anstieg Abstieg
Mattmark Schwarzbergalp 2.20 km 55 Min. 227 m 55 m
Schwarzbergalp Schwarzbergchopf 1.86 km 85 Min. 496 m 1 m
Schwarzbergchopf Allalingletscher 0.57 km 15 Min. 20 m 85 m
Allalingletscher Hohlaubgletscher 1.74 km 40 Min. 153 m 60 m
Hohlaubgletscher Brittaniahütte 0.73 km 30 Min. 148 m 17 m
Brittaniahütte Klein Allalin 0.25 km 15 Min. 54 m 13 m
Klein Allalin Egginerjoch 2.15 km 55 Min. 154 m 235 m
Egginerjoch Felskinn 1.15 km 30 Min. 82 m 82 m
Total   10.65 km 325 Min.
5 Std. 25 Min.
1334 m 548 m


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